Pheromone

Den aufmerksamen Spaziergängern dürften die vielen braunen Ampullen, die die Weingärtner von der Interessengemeinschaft umweltschonender Weinbau (IG) seit wenigen Tagen überall in den Freudensteiner Weinbergen aufgehängt haben sicherlich nicht entgangen sein: In diesen befindet sich ein konzentrierter Sexuallockstoff des Traubenwicklermotten-Weibchens, der den „2022er“ vor dem gefräßigen Traubenwickler, einem Schmetterling, schützen soll. Mindestens zwei Generationen der gefräßigen Falter entwickeln sich jedes Jahr. Die Raupen der ersten Generation, des sogenannten „Heuwurms“, fressen die „Gescheine“ der Reben und können sich somit massig auf den Ertrag der Ernte im Herbst auswirken. Noch größer sind allerdings die Schäden bei der zweiten Generation dieses, von den Wengertern nicht minder gefürchteten Schädlings, nämlich dem sog. „Sauerwurm“. Dieser frisst Löcher in die Beeren und bereitet damit ideal den Nährboden für Pilze, die beispielsweise Sauerfäule verursachen.

Und weil Motten, Falter, Würmer und andere Schädlinge keine Grundstücksgrenzen kennen, ist nur eine gemeinsame Bekämpfung auf der Rebfläche erfolgsversprechend. Pro Hektar müssen rund 500 der braunen Doppelampullen aufgehängt werden, damit eine durchgehende Duftwolke aus Sexuallockstoffen entsteht, welche die Männchen so verwirrt, dass Sie Ihre Partnerin nicht mehr finden. Die Flüssigkeit wird dabei langsam über mehrere Monate hinweg abgegeben. So bekämpfen die Weingärter einen der gefährlichsten Schädling im Weinbau. Gezielt und ganz ohne Insektizide. Mittlerweile werden rund 80 Prozent der Rebfläche in Württemberg durch diese „Verwirrmethode“ vor dem Fraß durch Traubenwickler geschützt.

Aber auch nach dem Aufhängen der Ampullen wird nichts dem Zufall überlassen und regelmäßig überprüft, wie viele Schädlinge den Weingärtnern „auf den Leim gehen“. Hierzu hat die IG sog. Pheromon-Fallen in den Weinbergen installiert, in denen sich die Falter am Klebstoffboden verfangen. So wird die Entwicklung der Schädlinge regelmäßig kontrolliert und eventuelle Löcher im „Duft-Teppich“ ausgemacht.

Auch der Zeitpunkt des Ausbringens muss stimmen und wird durch die Weingärtner akribisch berechnet: Hierzu werden ab dem 01. Januar die Höchsttemperaturen von den Tagen addiert, an denen es wärmer als 0° Celsius ist. Liegt die Summe bei ungefähr 950° Celsius, wird mit dem Aushängen begonnen.

Veranstaltungen

geplante Veranstaltungen 2022:

08. Mai     Wein und Kulinarik

19. Juni     Backhaushocketse

Wir hoffen, dass die Veranstaltungen stattfinden können.

Weitere Infos zu den Veranstaltungen folgen.